Magdeburg drehte das große Derby gegen Füchse Berlin und bleibt weiterhin ohne Punktverlust
SC Magdeburg eröffnete den Heimteil der Saison mit einem Sieg in einem der größten Derbys des deutschen Handballs. Der amtierende deutsche Meister bezwang Füchse Berlin am 3. September 2026 in der ausverkauften GETEC Arena in Magdeburg vor 6600 Zuschauern im Spiel des zweiten Bundesliga-Spieltags mit 36:32. Die Gäste aus Berlin, deutsche Pokalsieger und Vizemeister der vergangenen Saison, führten zur Halbzeit mit 14:13, doch die Mannschaft von Trainer Bennet Wiegert erhöhte nach der Pause das Tempo, übernahm die Kontrolle und verteidigte in der Schlussphase ihren Vorsprung. Laut dem offiziellen Bericht des SC Magdeburg kam der Gastgeber mit diesem Sieg auf vier Punkte aus den ersten beiden Ligaspielen. Füchse standen laut Vereinsbericht nach der Niederlage bei einer Bilanz von einem Sieg und einer Niederlage, also bei zwei Punkten.
Das Duell hatte alle Elemente, die in den vergangenen Spielzeiten die Begegnungen der beiden deutschen Handballgrößen geprägt haben: starke Abwehrreihen, ein hohes Maß an Körperkontakt, taktische Anpassungen, Tempowechsel und mehrere sehr wichtige Torhüterparaden. Die Partie wurde außerdem von zwei direkten roten Karten geprägt. Berlins Frederik Simak sah unmittelbar vor der Halbzeitpause die rote Karte, während Magdeburgs Gísli Kristjánsson in der 53. Minute des Feldes verwiesen wurde. Trotzdem kam es in der Schlussphase nicht mehr zu einer Wende zugunsten der Gäste. Magdeburg hielt dem Druck stand, fand im Angriff weiterhin Lösungen und bestätigte den Sieg mit 36:32.
Berlin ging nach schwierigem Start in Führung
Die Anfangsminuten gehörten Magdeburg, das mit einer kompakten Abwehr und einem gut aufgelegten Torhüter Matej Mandić den Berliner Angriff verlangsamte. Laut dem offiziellen Bericht des Heimvereins führte Magdeburg in der 12. Minute mit 5:2, und Mandić war in dieser Phase einer der Hauptgründe dafür, dass Füchse nur schwer zu Toren kamen. Gleichzeitig gelang es auch dem Gastgeber nicht, seine gute Abwehr vollständig zu nutzen, weil Lasse Ludwig auf der anderen Seite eine Reihe starker Paraden zeigte. Deshalb setzte sich Magdeburg nicht so weit ab, dass ein ruhigerer weiterer Spielverlauf möglich gewesen wäre, und Berlin begann nach und nach, effizientere Lösungen zu finden.
Die Mannschaft von Trainer Nicolej Krickau spielte im Angriff mit sieben Feldspielern ohne Torhüter und versuchte, mit der zahlenmäßigen Überlegenheit im Feld Magdeburgs Abwehr auseinanderzuziehen und Raum am Kreis zu schaffen. Dieser Ansatz zeigte Wirkung: Füchse glichen bis zur 19. Minute zum 7:7 aus und übernahmen anschließend die Initiative. Im offiziellen Berliner Bericht heißt es, dass Matthes Langhoff, Mathias Gidsel und ihre Mitspieler im zweiten Abschnitt der ersten Halbzeit ihre Effizienz steigerten, während Ludwig weiterhin auf hohem Niveau hielt. Berlin erspielte sich gegen Ende der ersten Halbzeit einen Drei-Tore-Vorsprung und führte in der 28. Minute mit 14:11. Magdeburg verkürzte jedoch noch, sodass die Gäste mit einer knappen 14:13-Führung in die Pause gingen.
Ein wichtiger Moment ereignete sich unmittelbar vor der Halbzeitsirene, als Frederik Simak nach einem Foul eine direkte rote Karte erhielt. Sein Ausscheiden war nicht nur wegen der Rotation von Bedeutung, sondern auch wegen seiner Rolle im Zentrum der Berliner Abwehr. Krickau betonte nach der Partie, dass seine Mannschaft das Spiel in der ersten Halbzeit sehr gut kontrolliert habe und Simaks Ausschluss ein schwerer Schlag für die Abwehrstruktur gewesen sei. Berlin ging dennoch mit einer Führung in die Pause, doch nach der Unterbrechung veränderten sich die Kräfteverhältnisse sichtbar.
Magdeburg erhöhte das Tempo und übernahm die Partie
Nach der Pause spielte der Gastgeber direkter und mit höherem Tempo. Laut dem Bericht der Sportschau und den offiziellen Vereinsdaten glich Magdeburg sehr schnell aus und ging dann etwa zur Mitte der ersten fünf Minuten der zweiten Halbzeit wieder in Führung. In dieser Phase spielte auch Dominik Kuzmanović eine wichtige Rolle, der ins Tor kam und mit mehreren Paraden dazu beitrug, dass der Gastgeber die Energie aus der Abwehr in das Umschaltspiel übertragen konnte. Magdeburg begann, Berliner Ballverluste und ungenaue Abschlüsse zu bestrafen, während Kristjánsson, Albin Lagergren und Magnus Saugstrup immer häufiger Räume im Zentrum und am Kreis fanden.
Beim Stand von 22:19 in der 40. Minute war bereits klar, dass die Partie eine andere Richtung genommen hatte. Magdeburg baute den Vorsprung weiter aus, und Saugstrup traf zwischenzeitlich zur Sechs-Tore-Führung. Die Sportschau berichtet, dass der Gastgeber Mitte der zweiten Halbzeit auf 26:20 davonzog und Berlin dadurch gezwungen war, seinen Angriff zu beschleunigen und mehr Risiko einzugehen als in den ersten 30 Minuten. Füchse versuchten über Gidsel, Mijajlo Marsenić und Langhoff, wieder ihren Rhythmus zu finden, doch Magdeburg hatte auf jeden ernsthaften Versuch, den Rückstand zu verkürzen, eine Antwort. Der Gastgeber ging mit einem Vorsprung in die letzten zehn Minuten, der ihm Kontrolle gab, obwohl die Partie noch nicht vollständig entschieden war.
Eine neue Komplikation für Magdeburg folgte in der 53. Minute, als Kristjánsson die rote Karte erhielt. Berlin bekam dadurch die Chance, den Gastgeber noch stärker unter Druck zu setzen und den Rückstand zu verkürzen, doch SC Magdeburg verlor nicht seine Ordnung. Philipp Weber erzielte in der Schlussphase zwei wichtige Tore, und der Gastgeber behielt genug Stabilität im Angriff, um eine dramatische Schlussphase zu verhindern. Das Endergebnis von 36:32 zeigt, dass Magdeburg in den zweiten 30 Minuten 23 Tore erzielte, zehn mehr als in der ersten Halbzeit. Genau dieser Sprung in der Angriffseffizienz war der Schlüssel zum Sieg.
Lagergren und Saugstrup führten den Meister an, Gidsel stellte Vereinsrekord auf
In Magdeburgs ausgeglichen verteiltem Angriff ragten Albin Lagergren und Magnus Saugstrup mit jeweils sieben Toren besonders heraus. Felix Claar steuerte sechs Treffer bei, Kristjánsson fünf und Matthias Musche vier, davon drei per Siebenmeter, wie die nach der Partie veröffentlichten offiziellen Statistiken zeigen. Diese Verteilung war wichtig, weil Magdeburg nicht von einer einzigen Torquelle abhängig war. Wenn Berlin den Rückraum zustellte, fand der Gastgeber Saugstrup am Kreis; wenn die Abwehr den Raum verengen musste, erhielten Lagergren und Claar mehr Möglichkeiten für Abschlüsse aus dem Rückraum oder für Durchbrüche.
Bei Füchse erzielte Mathias Gidsel sieben Tore, während Marsenić und Langhoff jeweils sechs beisteuerten. Tobias Grøndahl beendete die Partie mit fünf Treffern, Tim Freihöfer mit vier, davon drei per Siebenmeter. Lasse Ludwig kam auf zehn Paraden und war einer der Hauptgründe dafür, dass Berlin in der ersten Halbzeit die Führung übernehmen konnte. Im zweiten Abschnitt steigerte Magdeburg jedoch seine Abschlussquote deutlich und kam immer häufiger zu guten Wurfpositionen, bevor der Berliner Torhüter den Ausgang des Angriffs beeinflussen konnte.
Trotz der Niederlage erreichte Gidsel eine bedeutende persönliche Marke. Laut der offiziellen Mitteilung von Füchse Berlin überholte er mit seinem 1003. Bundesliga-Feldtor Fabian Wiede und wurde in dieser Kategorie neuer Vereinsrekordhalter. Der Rekord fiel in der 28. Minute, in einer Phase, in der die Gäste den Spielstand kontrollierten. Für Berlin war das nach der Partie einer der wenigen Gründe zur Zufriedenheit, denn die individuelle Leistung des besten Torschützen reichte nicht für Punkte. Gidsels Auftritt bestätigt dennoch, wie wichtig er für die Angriffsstruktur der Mannschaft ist, insbesondere in Spielen, in denen Räume durch individuelle Duelle geschaffen werden müssen.
Zweiter Magdeburger Triumph gegen Berlin in weniger als zwei Wochen
Der Bundesliga-Sieg war Magdeburgs zweiter Erfolg gegen Füchse innerhalb sehr kurzer Zeit. Nur 12 Tage zuvor, am 22. August, waren dieselben Mannschaften im Rexel Super Cup in München aufeinandergetroffen. Nach offiziellen Angaben der deutschen Handballliga gewann Magdeburg im ausverkauften SAP Garden mit 38:31, nachdem das Team zur Halbzeit mit 20:15 geführt hatte. Es war der erste Super Cup für den Verein seit 25 Jahren und insgesamt der dritte nach den Titeln von 1996 und 2001.
Diese beiden Ergebnisse unterstreichen zusätzlich die aktuelle Bedeutung der Rivalität. Magdeburg geht als Titelverteidiger der deutschen Meisterschaft in die Saison 2026/27, während Berlin amtierender DHB-Pokalsieger und die Mannschaft ist, die die vorherige Bundesligasaison als Vizemeister beendet hat. Im Juni trafen die Klubs zudem beim Finalturnier der Champions League in Köln aufeinander, wo Füchse Magdeburg im Halbfinale mit 40:35 besiegte. Die EHF berichtete damals, dass Berlin zum zweiten Mal in Folge das Finale der Champions League erreicht hatte, während Magdeburg die Möglichkeit zur Verteidigung des Europatitels verpasste. Wegen dieser Häufung bedeutender direkter Duelle erhält jede neue Begegnung zusätzliches taktisches und psychologisches Gewicht.
Magdeburg hat in den letzten beiden diesjährigen Aufeinandertreffen ein erfolgreicheres Modell gefunden. Im Super Cup kontrollierte die Mannschaft die Partie fast von Beginn an, während sie im Ligaderby aus einer völlig anderen Ausgangslage gewinnen musste, nämlich nach einem Halbzeitrückstand. Das ist für Wiegerts Mannschaft ein wichtiges Signal, weil es die Fähigkeit zur Anpassung während des Spiels zeigt. Berlin kann auf der anderen Seite aus den ersten 30 Minuten die Bestätigung mitnehmen, dass sein Angriff mit sieben Feldspielern und seine kompakte Abwehr Magdeburg ernsthaft vor Probleme stellen können, muss aber einen Weg finden, dieses Niveau länger zu halten und besser auf die Veränderungen des Gegners zu reagieren.
Wiegert zufrieden mit der Reaktion nach der Pause, Krickau sieht entscheidende Details
Bennet Wiegert hob nach der Partie hervor, dass Magdeburg gut gestartet sei, seine Chancen in der ersten Halbzeit jedoch nicht ausreichend genutzt habe. Laut der offiziellen Vereinsmitteilung analysierte der Trainerstab in der Pause Berlins Sieben-gegen-sechs-Spiel noch einmal genauer und passte den Ansatz an. Wiegert betonte, dass sich die Partie danach in ein schnelleres Duell mit viel Umschaltspiel verwandelte, in dem seine Mannschaft die Kontrolle behaupten konnte. Besonders wichtig war die Fähigkeit des Gastgebers, nach Kristjánssons Ausschluss in der Schlussphase ruhig zu bleiben, als Berlin theoretisch noch die Möglichkeit hatte, zurückzukommen.
Krickau bewertete auf der anderen Seite, dass Berlin kämpferische 60 Minuten gespielt habe und in der ersten Halbzeit defensiv sehr gut gewesen sei. In der Vereinsanalyse erklärte er, dass Simaks rote Karte die Fortsetzung erschwert habe und im zweiten Durchgang Details sowie verlorene individuelle Duelle entscheidend gewesen seien. Gleichzeitig räumte er ein, dass Magdeburg verdient gewonnen habe, weil die Mannschaft die zweite Angriffswelle besser genutzt und Lösungen gefunden habe, als das Spiel schneller wurde. Diese Einschätzung entspricht auch dem Spielverlauf: Berlin war taktisch gut auf den Start vorbereitet, doch nach der Pause verfügte Magdeburg über ein breiteres Spektrum an Antworten.
Perfekter Start des Meisters, Berlin bereits vor der nächsten Auswärtsaufgabe
Für Magdeburg ist der Sieg mehr wert als nur Prestige im direkten Duell mit einem der wichtigsten Konkurrenten. Der amtierende Meister eröffnete die Saison am 30. August mit einem 33:31-Auswärtssieg gegen VfL Gummersbach und kam durch den Erfolg gegen Berlin auf die maximal möglichen vier Punkte. In beiden Partien war das Ergebnis relativ knapp, was zeigt, dass der Saisonstart nicht routinemäßig verlief, doch Bennet Wiegerts Mannschaft fand in den entscheidenden Momenten genügend Qualität für die volle Punktausbeute. Die nächste Ligaprüfung wartet laut offiziellem Spielplan am 6. September auswärts bei HBW Balingen-Weilstetten.
Füchse Berlin startete mit einem 33:31-Heimsieg gegen MT Melsungen in die neue Ligaspielzeit, blieb in Magdeburg jedoch erstmals ohne Punkte. Nach zwei Spieltagen stehen 2:2 Punkte zu Buche, und der Spielplan lässt wenig Zeit für Erholung und Analyse. Bereits am 6. September tritt die Mannschaft bei TVB Stuttgart in der Porsche Arena an. Für ein Team, das zugleich Ambitionen in den nationalen Wettbewerben und in Europa verfolgt, macht ein solcher Rhythmus vom Saisonbeginn an eine breite Rotation und schnelle Anpassung nach körperlich anstrengenden Spielen notwendig.
Das Magdeburger Derby lieferte damit bereits Anfang September einen Maßstab für die Form zweier Teams, die an der Spitze des deutschen Handballs erwartet werden. Berlin zeigte, dass es den Meister verlangsamen, zu Fehlern zwingen und nach 30 Minuten führen kann, doch Magdeburg demonstrierte im zweiten Durchgang größere Stabilität und eine breitere Auswahl an Lösungen. Der Gastgeber blieb nach zwei Partien ohne Punktverlust, während Füchse den Fokus schnell auf die nächste Aufgabe richten muss. Angesichts der Ergebnisse ihrer jüngsten großen direkten Duelle ist es sehr wahrscheinlich, dass jedes neue Aufeinandertreffen zwischen Magdeburg und Berlin weiterhin direkten Einfluss auf den Kampf um die wichtigsten Trophäen haben wird.
Quellen:
- SC Magdeburg – offizieller Spielbericht, Spielverlauf, Ergebnis, Zuschauerzahl und grundlegende Statistiken (Link)
- SC Magdeburg – Aussagen der Trainer und offizielle Spielerstatistiken nach dem Derby (Link)
- Füchse Berlin – offizieller Bericht, Gidsels Vereinsrekord, Aufstellungen, Statistiken und Vorschau auf das nächste Spiel (Link)
- Opel Handball-Bundesliga – offizielle Angaben zum Rexel Super Cup 2026 und zu Magdeburgs 38:31-Sieg (Link)
- Opel Handball-Bundesliga – offizieller Spielplan zum Beginn der Saison 2026/27 und Termine der ersten Spieltage (Link)
- Sportschau – zusätzliche Überprüfung des Verlaufs der zweiten Halbzeit und der entscheidenden Ergebnisphasen des Derbys (Link)
- Europäische Handballföderation (EHF) – Kontext zum Champions-League-Halbfinale zwischen Berlin und Magdeburg im Juni (Link)