UMass sorgt für eine riesige Überraschung: schlägt Rutgers 37:21 und beendet die längste aktive Niederlagenserie in der FBS
Die University of Massachusetts eröffnete die neue Saison im College-American-Football mit einem Sieg, der sofort zu einer der größten Geschichten der ersten Wettkampfwoche wurde. Die Minutemen besiegten Rutgers am 3. September 2026 im SHI Stadium in Piscataway im US-Bundesstaat New Jersey mit 37:21 und beendeten damit eine Serie von 16 Niederlagen in Folge, die vor der Partie die längste aktive Negativserie unter den Teams der Football Bowl Subdivision, der höchsten Ebene des NCAA-College-Footballs, gewesen war. UMass ging als Außenseiter mit einem Rückstand von rund 30 Punkten in die Begegnung; die Associated Press und mehrere US-amerikanische Sportmedien nannten eine Linie von 29,5 Punkten zugunsten von Rutgers. Statt des erwarteten sicheren Heimsiegs sahen 42.454 Zuschauer nach der frühen Führung der Scarlet Knights eine vollständige Wende. Nach den offiziellen Statistiken beider Hochschulen erzielte UMass nach einem 0:7-Rückstand 30 Punkte in Folge und ging mit einem uneinholbaren Vorsprung in die Schlussphase.
Der Sieg ist vor allem wegen des Kontexts bedeutsam, aus dem heraus UMass in die Saison ging. Die Minutemen beendeten 2025 ohne Sieg mit einer Bilanz von 0-12, und ihr letzter Erfolg war am 26. Oktober 2024 gegen Wagner gelungen. Ihr letzter Sieg gegen einen FBS-Gegner lag sogar noch länger zurück: Am 28. Oktober 2023 besiegten sie Army mit 21:14. Die NCAA gibt an, dass der Triumph über Rutgers zugleich der erste Sieg von UMass über ein Programm aus den heutigen führenden Conferences seit dem Wechsel der Hochschule in die FBS im Jahr 2012 war sowie der erste gegen ein aktuelles Mitglied einer solchen Conference seit 1978. Für eine Mannschaft, die ein Jahr zuvor alle 12 Spiele verloren hatte, ist das Ergebnis in Piscataway daher weit mehr als ein gewöhnlicher Sieg zum Saisonauftakt.
Rutgers ging in Führung und verschwand dann unter dem Ansturm von UMass
Rutgers eröffnete die Partie so, wie man es von einem klaren Favoriten erwartet hatte. Die Gastgeber gingen nach einer Serie von 12 Spielzügen über 75 Yards in Führung, die Quarterback Dylan Lonergan mit einem Vier-Yard-Pass auf KJ Duff zum Touchdown abschloss. UMass antwortete jedoch beinahe sofort. William "Pop" Watson III fand Elijah Faulkner für einen Touchdown über 21 Yards und den Ausgleich zum 7:7, und genau dieser Spielzug war der Auftakt zu einer Phase vollständiger Kontrolle durch die Gäste.
Zu Beginn des zweiten Viertels fand Watson erneut Faulkner, diesmal über zwei Yards, zur ersten Führung von UMass. Danach setzte die Defense der Minutemen Lonergan immer stärker unter Druck. Romando Johnson schlug ihm nach einem Sack den Ball aus der Hand, und UMass verwandelte die gute Feldposition in einen weiteren Touchdown, als Watson Joseph Griffin Jr. über 31 Yards bediente. Derek Morris traf anschließend ein Field Goal aus 30 Yards, sodass UMass mit einer überraschenden 24:7-Führung in die Halbzeit ging. Nach Angaben der NCAA war es die erste Halbzeit seit dem Spiel gegen Mississippi State 2017, in der UMass gegen ein Programm aus den führenden Conferences geführt hatte.
Auch nach der Pause nahmen die Gäste kein Tempo heraus. Morris traf im dritten Viertel ein Field Goal aus 52 Yards und erhöhte die Führung auf 27:7, woraufhin die Defense Rutgers auch bei einem Versuch zur Conversion im vierten Down stoppte. Zu Beginn des letzten Viertels fing Isaiah Reed einen Pass von Lonergan ab, und Jahmad Harmon kam kurz darauf zu einer weiteren Interception, nachdem ein Punt von UMass Rutgers an der eigenen Ein-Yard-Linie festgesetzt hatte. Morris erhöhte mit seinem dritten Field Goal des Abends aus 31 Yards auf 30:7. Damit wuchs die Serie von UMass auf 30 Punkte ohne Antwort von Rutgers.
Watson bei seinem Debüt für die Minutemen nahezu fehlerfrei
Die zentrale Figur der UMass-Offense war William "Pop" Watson III. Laut offiziellem Box Score brachte er 19 von 22 Pässen für 197 Yards und drei Touchdowns an, ohne Interception, und fügte bei sechs Laufversuchen weitere 40 Yards hinzu. Seine drei Touchdown-Pässe verteilten sich auf Faulkner, der zwei fing, und Griffin, der einen fing. Watson bediente dabei mehrere verschiedene Receiver und hielt die Offense fast das gesamte Spiel über im Rhythmus, was gegen eine Mannschaft aus der Big Ten Conference besonders wichtig war.
Die NCAA hob hervor, dass Watson der erste UMass-Quarterback seit Liam Coen 2008 war, der in einem Spiel drei Touchdowns warf und dabei mindestens 80 Prozent seiner Pässe komplettierte. UMass war jedoch nicht allein vom Passspiel abhängig. Die Minutemen erliefen insgesamt 200 Yards, wobei Curtis Kimmons IV die Mannschaft mit 78 Yards bei 11 Versuchen anführte. Faulkner steuerte neben seinen zwei Touchdown-Catches weitere 62 Rushing-Yards bei 19 Versuchen bei, während Kimmons in der Schlussphase mit einem 17-Yard-Lauf einen Touchdown erzielte. Diese Ausgewogenheit zwang die Defense von Rutgers dazu, die gesamte Breite des Feldes zu verteidigen, statt sich nur auf Watsons Pässe zu konzentrieren.
Die offiziellen Statistiken zeigen, wie effizient UMass war. Die Gäste kamen auf insgesamt 397 Yards, davon 197 durch Pässe und 200 am Boden, und hielten den Ball 36 Minuten und 21 Sekunden. Rutgers beendete das Spiel mit 349 Yards, aber nur 30 Netto-Rushing-Yards, teilweise wegen der fünf Sacks der UMass-Defense. Die Minutemen verloren keinen einzigen Ball, während Rutgers für Fehler und schlechten Schutz des Quarterbacks einen hohen Preis zahlte. Gerade der Unterschied bei der Ballsicherheit war zusammen mit der Kontrolle über die Ballbesitzzeit einer der wichtigsten Gründe dafür, dass es dem Favoriten nicht gelang, die Partie wieder unter Kontrolle zu bringen.
Lonergans Fehler prägten den Abend, doch die offiziellen Quellen unterscheiden sich bei den Zahlen
In den ersten Berichten nach dem Spiel wurde besonders hervorgehoben, dass Dylan Lonergan den Ball fünfmal verloren habe. Die Associated Press nannte in ihrem nach der Partie veröffentlichten Bericht vier Interceptions und einen verlorenen Fumble, während auch die NCAA von fünf durch die UMass-Defense erzwungenen Ballverlusten schrieb. Der offizielle Box Score von Rutgers, der am 5. September verfügbar war, weist für Lonergan derzeit jedoch drei Interceptions und einen verlorenen Fumble aus, also vier offiziell registrierte Turnover von Rutgers. Im Spielbericht ist außerdem zu sehen, dass UMass Rutgers einmal im vierten Down stoppte und während der Partie eine mögliche Interception wegen einer Strafe für Pass Interference aufgehoben wurde. Wegen dieser Abweichung zwischen den ersten Agenturmeldungen und dem offiziellen Spielbericht ist es am präzisesten festzuhalten, dass Lonergan laut aktuellem offiziellem Box Score vier Ballverluste hatte, obwohl einzelne Berichte unmittelbar nach dem Spiel fünf nannten.
Lonergan brachte laut offizieller Statistik 16 von 29 Pässen für 242 Yards und zwei Touchdowns an, doch die Fehler machten einen großen Teil seiner positiven Aktionen zunichte. Viermal wurde er hinter der Line of Scrimmage zu Boden gebracht, insgesamt ließ Rutgers fünf Sacks zu. Backup-Quarterback AJ Surace kam in der Schlussphase ins Spiel und komplettierte sechs von neun Pässen für 77 Yards und einen Touchdown. Die Gastgeber konnten durch die Luft große Raumgewinne erzielen, verloren aber nahezu vollständig die Möglichkeit, die Partie mit dem Laufspiel zu kontrollieren. Antwan Raymond kam auf 42 Yards, doch wegen der verlorenen Yards der Quarterbacks blieb der Netto-Wert der Mannschaft bei lediglich 30.
Die einzige konstante große Gefahr von Rutgers war KJ Duff. Der Wide Receiver fing neun Bälle für 196 Yards und alle drei Touchdowns seiner Mannschaft. Nachdem er das Spiel mit einem Touchdown über vier Yards eröffnet hatte, fing er im vierten Viertel einen 78-Yard-Pass von Lonergan und verkürzte auf 30:14. Rutgers schöpfte kurz Hoffnung, das Ende noch einmal spannend machen zu können, doch Harmon kam in der nächsten Serie der Gastgeber zu seiner zweiten Interception des Abends. UMass bestrafte die Gelegenheit sofort: Kimmons erhöhte mit einem 17-Yard-Lauf auf 37:14, und Suraces später Touchdown-Pass über sechs Yards auf Duff stellte lediglich den Endstand von 37:21 her.
Die UMass-Defense machte das Spiel für Rutgers zu einer Geduldsprobe
Das Ergebnis war nicht die Folge eines einzigen großen Spielzugs, sondern einer Reihe von Situationen, in denen UMass Rutgers dazu zwang, aus ungünstigen Positionen zu spielen. Die Defense der Minutemen kombinierte Druck auf den Quarterback mit aggressivem Spiel in der Secondary. Harmon beendete das Spiel mit zwei offiziell registrierten Interceptions, Reed mit einer, und Johnson erzwang und sicherte einen Fumble. Timmy Hinspeter führte UMass mit neun Tackles an. Rechnet man den Stopp im vierten Down und die Tatsache hinzu, dass Rutgers in den beiden mittleren Vierteln keinen einzigen Punkt erzielte, wird klar, warum die Partie so schnell kippte.
Nach dem Touchdown zu Beginn blieb Rutgers während des gesamten zweiten und dritten Viertels ohne Punkte. In dieser Zeit baute UMass eine Führung von 27:7 auf und zog anschließend im vierten Viertel auf 30:7 davon. Die Gastgeber erzielten ihre zwei späten Touchdowns erst, als sie fast ausschließlich durch die Luft spielen und das Tempo erhöhen mussten. Diese Entwicklung ermöglichte es UMass, die Ballbesitzzeit zu kontrollieren und die Offense zu führen, ohne riskante Entscheidungen treffen zu müssen. Die Minutemen erzielten aus ihren ersten zehn Angriffsserien in den meisten Schlüsselsituationen Punkte, und Kicker Morris blieb perfekt, wenn die Angriffe vor der End Zone gestoppt wurden.
Auch Morris' Abend verdient besondere Erwähnung. Er verwandelte alle drei Field-Goal-Versuche aus 30, 52 und 31 Yards sowie alle vier Extrapunkte nach Touchdowns. Laut UMass Athletics war er der erste Spieler der Minutemen seit Jacob Laurie gegen Toledo im September 2024, der in einem Spiel drei Field Goals verwandelte. Besonders wichtig war der Treffer aus 52 Yards im dritten Viertel, mit dem UMass unmittelbar nach der Pause die Führung ausbaute und Rutgers zusätzlich dazu zwang, das Spieltempo zu erhöhen.
Ein Sieg mit zusätzlicher Bedeutung für Joe Harasymiak
Die Partie hatte auch eine persönliche Dimension für UMass-Cheftrainer Joe Harasymiak. Vor seinem Wechsel nach Amherst war er von 2022 bis 2024 Defensive Coordinator bei Rutgers und kannte daher das Programm, einen Teil der Mannschaftsstruktur und die Arbeitsweise von Cheftrainer Greg Schiano gut. UMass gibt an, dass Harasymiak 2024 zum 32. Cheftrainer in der Geschichte des Programms ernannt wurde, und der Sieg in Piscataway war sein erster gegen einen FBS-Gegner als Trainer der Minutemen. Nach der sieglosen Saison 2025 gelang ihm ausgerechnet gegen seinen früheren Arbeitgeber ein Ergebnis, das den Ton für den Beginn der neuen Saison verändert.
Der Wandel war auch im Kader sichtbar. Vor der Saison gab UMass bekannt, dass 56 neue Spieler zur Mannschaft gestoßen waren, darunter 30 Transfers und 26 Freshmen. Ein derart großer Kaderumbau birgt ein erhebliches Risiko hinsichtlich der Eingespieltheit, doch gegen Rutgers wirkte die Mannschaft in den wichtigsten Phasen der Begegnung organisiert und diszipliniert. Watson, der nach einer Zeit bei Virginia Tech zum Programm kam, brachte sofort Stabilität auf die wichtigste Position der Offense. Gleichzeitig zeigte die Defense genau jene Art von Aggressivität, die Harasymiak vor seiner Zeit bei UMass als Defensivtrainer aufgebaut hatte.
Für Rutgers sendet die Niederlage ein völlig gegensätzliches Signal. Die Mannschaft von Greg Schiano ging als klarer Favorit in die Partie und spielte zu Hause in einem Stadion, in dem der Saisonauftakt als ruhige Einleitung in den anspruchsvolleren Teil des Spielplans dienen sollte. Stattdessen ließen die Scarlet Knights fast 400 Yards zu, erzwangen keinen einzigen Turnover und verloren den Kampf an der Line of Scrimmage, besonders wenn ihre Offense versuchte, das Laufspiel zu etablieren. Die Niederlage ist daher nicht nur ein schlechtes Ergebnis in einem einzelnen Spiel, sondern auch ein früher Test dafür, ob Rutgers seine Probleme vor Beginn der wichtigeren Conference-Spiele schnell beheben kann.
Von 0-12 zum Sieg über ein Mitglied der Big Ten
Die historische Bedeutung des Ergebnisses wird am deutlichsten im Vergleich mit den vorherigen Spielzeiten von UMass. Seit dem Aufstieg in die FBS im Jahr 2012 hatte das Programm häufig Probleme mit der Konstanz, und 2025 kehrte es zusätzlich in die Mid-American Conference zurück und beendete die Saison ohne Sieg. Nach der Überraschung in Piscataway hob die NCAA hervor, dass UMass eine 16 Spiele lange Niederlagenserie beendet und den ersten Sieg über ein Programm aus den führenden Conferences seit dem Aufstieg auf die höchste Ebene gefeiert hatte. UMass Athletics gibt außerdem an, dass es der erste Sieg über Rutgers seit dem 6. Oktober 1973 war, als die Minutemen mit 25:22 gewannen.
Noch stärker ist der Kontrast bei der Offensivleistung. UMass erzielte gegen Rutgers 37 Punkte, und mehrere Berichte nach dem Spiel hoben hervor, dass dies 11 Punkte mehr waren als die höchste Punktzahl, die die Mannschaft in irgendeinem einzelnen Spiel der Saison 2025 erzielt hatte. Nach einem Jahr, in dem in 12 Versuchen kein einziger Sieg gelang, begann die neue Saison mit einem Auswärtssieg über ein Mitglied der Big Ten Conference und als Außenseiter mit 29,5 Punkten. Gerade wegen der Kombination dieser Umstände hob sich das Ergebnis sofort als eine der größten Überraschungen zum Auftakt der Saison 2026 hervor.
Der Sieg löst natürlich nicht alle Probleme des Programms, und eine einzelne Partie kann keine Wende für die gesamte Saison garantieren. Doch UMass bekam genau das, was am meisten gefehlt hatte: den Beweis, dass der neu aufgebaute Kader einen Plan gegen einen favorisierten Gegner aus der Big Ten Conference umsetzen kann. Für Rutgers gilt das Gegenteil. Die Mannschaft muss in kurzer Zeit Antworten auf Probleme beim Schutz des Quarterbacks, in der Laufverteidigung und bei der Ballkontrolle finden, denn genau in diesen Bereichen schuf UMass den Unterschied, der auf der Anzeigetafel zu einem Vorsprung von 16 Punkten wurde.
Die nächste Prüfung für beide Mannschaften kommt schnell. Laut den offiziellen Spielplänen tritt Rutgers am 11. September auswärts bei Boston College an, während UMass am 12. September sein erstes Heimspiel der Saison gegen Sacred Heart im McGuirk Alumni Stadium in Amherst, Massachusetts, bestreitet. Dort werden die Minutemen zum ersten Mal vor eigenem Publikum versuchen zu bestätigen, dass der Sieg in Piscataway kein isolierter Lichtblick war. Rutgers wird dagegen auswärts zeigen wollen, dass die Niederlage in einem Spiel, in das die Mannschaft als Favorit mit 29,5 Punkten gegangen war, nicht die gesamte Saison bestimmen wird.
Quellen:
- University of Massachusetts Athletics - offizieller Spielbericht, Statistiken, Angaben zur Niederlagenserie, zum Kader und zum nächsten Spiel (Link)
- Rutgers University Athletics - offizieller Box Score und Mannschaftsstatistiken, einschließlich der aktuell erfassten drei Interceptions von Lonergan und eines verlorenen Fumbles (Link)
- Rutgers University Athletics - offizieller Spielbericht und Spielplan für die nächste Partie gegen Boston College (Link)
- NCAA.com - Kontext des Sieges, Ende der längsten aktiven FBS-Niederlagenserie und historische Angaben zu UMass gegen Programme aus den führenden Conferences (Link)
- Associated Press / CBS Sports - Agenturbericht nach dem Spiel und die Angabe zum Status von UMass als Außenseiter mit 29,5 Punkten sowie die zunächst genannte Zahl von fünf Ballverlusten Lonergans (Link)
- University of Massachusetts Athletics - Spielvorschau und Angaben zum Kader für 2026, darunter 56 neue Spieler, 30 Transfers und 26 Freshmen (Link)